Puhl & Wagner (1869-1969)

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Das zu seiner Zeit bedeutendste und grösste Unternehmen für Glasmalerei und Glasmosaiken in Deutschland, Puhl & Wagner, hatte seinen Stammsitz in Berlin-Neukölln. Bereits 1886 hatte der junge Kaufmann August Wagner (1866-1952) zusammen mit dem Kunstmaler Wilhelm Wiegmann ein Atelier für Dekorationsmalerei gegründet. Auf der Suche nach einer witterungsbeständigen Fassadenmalerei stiessen die beiden auf die Möglichkeiten des Glasmosaiks und dessen Herstellung nach venezianischem Vorbild. Wiegmanns Schwager, der Ingenieur Friedrich Puhl, brachte das notwendige technische Wissen ein. Nach einer nur einjährigen Versuchsphase konnten die ersten Probearbeiten angefertigt und bald darauf mit der Produktion begonnen werden. 1889 wurde die Deutsche Glasmosaik-Anstalt Puhl & Wagner gegründet. Eine eigene Hütte machte das Unternehmen unabhängig von italienischen Lieferanten. 
Die Fusion mit Gottfried Heinersdorffs Firma Kunstanstalt für Glasmalerei, Bleiverglasungen und Glasmosaik im Frühjahr 1914 versprach eine Erfolgsgeschichte zu werden, was sie auch eine Zeitlang war. Während sich Puhl und Wagner mit technischen Erneuerungen, der kaufmännischen Leitung und Acquisition befassten, hatte Gottfried Heinersdorff die künstlerische Leitung inne, bis er das Unternehmen wegen seiner halbjüdischen Abstammung 1933 offiziell verlassen musste. Bereits seit Mitte der 1920er Jahre hatte der Konflikt zwischen August Wagner und Gottfried Heinersdorff geschwelt. 

Puhl & Wagner in WIKIPEDIA 
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Zur Biographie siehe bitte auch August Wagner